Man sieht es nicht immer von außen.
„Ich will doch nur normal sein“ erzählt von dem stillen Kampf im Inneren –
von Gedanken, die sich wiederholen, von Momenten, die andere nicht verstehen.
Ein Song über Zwang, Scham und den Wunsch, einfach nur man selbst sein zu dürfen –
ohne sich erklären zu müssen.
Strophe 1
Ich zähl die Schritte, immer vier,
bis zur Tür, sonst stimmt was nicht bei mir.
Lichtschalter, Klick – noch mal zurück,
hab ihn schon gedrückt, doch es fehlt ein Stück.
Blicke spür ich wie Nadeln auf der Haut,
"Warum macht der das?" wird leise geraunt.
Ich lächle müde, sag gar nichts mehr,
weil erklären bringt nix, es versteht doch keiner mehr.
Refrain
Ich will doch nur normal sein,
nicht gefangen im Ritual sein.
Nicht ständig kämpfen mit dem Zwang in mir,
doch er flüstert laut – und ich verlier.
Peinlich, wie ich manchmal steh und zitter,
Blicke schneiden tiefer, werden bitter.
Ich will doch nur – einfach nur sein,
doch was in mir tobt, lässt mich allein.
Strophe 2
Ich seh sie lachen, tun so cool,
machen Witze, testen, ob ich tu’s.
"Was passiert, wenn ich das hier verschieb?"
Ein Spiel für sie – für mich ein Hieb.
Ich will nicht schreien, ich will nicht flieh’n,
doch innerlich bleibt nichts stabil besteh’n.
Ich erklär mich, doch Worte klingen leer,
sie nicken nett – und machen weiter mehr.
Refrain
Ich will doch nur normal sein,
nicht der Freak mit seinem Tick sein.
Nicht der, der zehnmal Hände wäscht,
weil sein Kopf ihm sagt, sonst wird's schlecht.
Peinlich, wie ich plötzlich still werd,
wie ich Dinge tu, von denen keiner was hört.
Ich will doch nur – ein bisschen Frieden,
doch ich bin gefangen in diesen Rieden.
Überleitung
Und nachts, wenn’s still ist, frag ich mich leise:
Bin ich mehr als nur die gleiche scheiß Schleife?
Kann man mich lieben – mit all dem Chaos im Kopf,
oder ist das hier mein einziger Trost?
Ich will nicht Mitleid, ich will kein Murren,
ich will nur manchmal nicht mehr die Kontrolle verlieren.
Ein Tag, wo ich atme – frei von Zwang,
ein Tag, der nicht mit Kampf begann.
Letzter Refrain
Ich will doch nur normal sein,
nicht ständig mein Feind sein.
Nicht der, der sich schämt für jeden Schritt,
der sich fragt: „Bin ich noch ich?“
Und wenn du lachst – tu’s nicht für dich,
denk dran: Jeder trägt sein eignes Gesicht.
Ich bin mehr als mein Zwang, mehr als das hier –
ich bin ich… mit Narben, Mut und viel zu viel Gespür.
Ein ganzes Leben zwischen Träumen, Entscheidungen und dem, was am Ende wirklich bleibt.
„Wo sind die Träume“ erzählt von Tim – von Aufbruch, Verlust, Gewohnheit und den leisen Momenten dazwischen, in denen man merkt, wie schnell die Jahre vergehen.
Ein Song über das, was wir suchen –
und über das, was vielleicht die ganze Zeit schon da war.
Strophe 1
Tim kam auf die Welt, ein winziger Schrei,
in Mamas Armen, Papas Stolz dabei.
Die ersten Schritte, auf wackligen Beinen,
viel Lachen, viel Liebe – in kindlichen Reimen.
Der erste Kuss, die erste Nacht,
das erste Bier, heimlich gemacht.
Dann kam der Schmerz, die erste Trennung,
das Herz im Sturm, ohne Verblendung.
Strophe 2
Mit Freunden träumt er: Musik, Rebellion,
sie gründen ’ne Band, mit wilder Vision.
Doch Egos krachen, Träume verglüh’n,
wie Feuerwerk, das zu früh verzieh’n.
Er schwenkt den Pinsel statt das Mic,
lernt das Malerhandwerk, Tag für Tag.
Und auf der Baustelle, grau und roh,
traf er Marie – so klar, so froh.
Refrain
Wo sind die Träume, wo sind sie geblieben?
Hat der Alltag sie einfach vertrieben?
Pinsel in Händen, Farbe im Haar,
doch das Leben bleibt oft unsichtbar.
Und wenn der Wein am Abend spricht,
löst er die Leere in Tim doch nicht.
Nur Marie bleibt, bleibt wie sie war –
das Licht in seinem Lebensjahr.
Strophe 3
Drei Kinder später, das Haus ist voll,
doch die Nähe zu ihr – nicht mehr so doll.
Er arbeitet hart, wird Malermeister,
zieht durch die Jahre, wird immer fleiß’ger.
Der Wein wird Pflicht, die Nacht wird leer,
die Stille in ihm wird immer mehr.
Doch dann entdeckt er – mit schlechtem Gewissen –
gekaufte Nähe in fremden Kissen.
Strophe 4
Die Kinder werden groß, zieh’n hinaus,
bauen ihr Leben, wie einst dieses Haus.
Doch Tim sieht's kommen, wie Mauern brechen,
wenn Träume an der Wirklichkeit zerbrechen.
Der Jüngste übernimmt sein Werk,
steht in der Halle – allein, verstärkt.
Doch auch er trägt Narben, wie sein Vater einst,
lebt in Scheidung, still und vereint.
Refrain
Wo sind die Träume, wo sind sie geblieben?
Hat die Pflicht sie einfach vertrieben?
Tim sieht sich selbst in jedem Blick,
und spürt, wie Zeit die Schultern drückt.
Doch Marie bleibt, mit leiser Kraft,
die Einzige, die’s mit ihm schafft.
Und wenn er morgens nicht mehr aufsteht,
ist sie die, die bei ihm steht.
Überleitung
Er liegt oft im Bett, schaut an die Decke,
als ob er dort seine Träume entdecke.
Die Kraft versiegt, die Tage schwinden,
doch etwas Neues beginnt zu finden.
Marie sitzt still, hält seine Hand,
kein Urteil, kein Trotz – nur Liebesband.
Und Tim erkennt, was er nie verstand:
Nicht Träume zählen, sondern wer bei dir stand.
Strophe 5
Die Haare grau, der Blick verschwommen,
die Jahre sind still und leise gekommen.
Und als der letzte Abend fällt,
zieht Dunkelheit über seine Welt.
Marie lächelt, ihre Augen weich,
für diesen Blick – da war alles gleich.
Tim lächelt zurück, so wie ein Kind,
und geht dann fort mit leisem Wind.
Schluss
Wo sind die Träume? Vielleicht nie fort.
Sie lebten in ihr, an diesem Ort.
Nicht Ruhm, nicht Geld, nicht Meisterhand –
nur Liebe, die bei ihm stand.
Und wenn die Welt in Farben zerfließt,
ist es Marie, die ihn nie verließ.