Wir sagen, Gewalt sei falsch – solange sie nicht vor unseren Augen passiert. Wir nennen es Markt, System oder Ordnung und lassen andere die Dinge tun, für die wir selbst keine Verantwortung tragen wollen.
„Ausgelagerte Moral“ ist ein Song über bequeme Gewissen, organisierte Unschuld und die Frage, warum derjenige zum Problem wird, der Gewalt sichtbar macht – nicht der, der sie bezahlt.
Strophe 1
Ihr sagt: Gewalt ist falsch
und meint: nicht vor euren Augen
Ihr zahlt dafür, dass sie passiert
und nennt Abstand dann Moral
Wenn ich zuschlage, haltet ihr mich fest
nennt es Gesetz, nennt es Recht
Wenn Konzerne töten, nennt ihr es Markt
und schaut weg – konsequent
Refrain
Ihr habt Moral,
wenn sie nichts kostet
Gewissen,
wenn ihr es abgebt
Ihr seid nicht gegen Gewalt
ihr seid nur dagegen,
sie selbst zu tragen
Strophe 2
Ihr esst Tiere, drei Mal am Tag
und sagt: so ist die Welt
Wenn jemand das Töten zeigt,
nennt ihr ihn krank, nicht euch selbst
Ihr sagt: Freiheit ist wichtig
aber nur bis sie euch trifft
Ihr sagt: Verantwortung teilen
und meint: jemand anders soll sie übernehmen
Refrain
Ihr habt Moral,
wenn sie nichts kostet
Haltung,
solang sie bequem ist
Ihr seid nicht gut,
ihr seid organisiert
damit ihr euch nicht schuldig fühlt
Strophe 3
Ihr hasst Täter
und liebt Systeme
Nennt alles Einzelfall
damit nichts sich ändern muss
Ihr ruft nach Menschlichkeit
wenn jemand laut wird
Doch Ruhe ist euch wichtiger
als Wahrheit
Überleitung
Ich sage nicht, dass ich besser bin
Ich sage nur,
dass ihr lügt
Nicht zu mir
sondern zu euch selbst
jeden Tag
Letzter Refrain
Eure Moral
ist ausgelagert
Euer Gewissen
hat einen Vertrag
Schuldig ist immer der,
der es sichtbar macht
nicht der,
der dafür bezahlt
Schluss
Nennt mich brutal
wenn ich es ausspreche
Nennt euch ehrlich
wenn ihr wegseht
Aber verwechselt euch nicht
mit gut
nur weil ihr euch
nicht die Hände schmutzig macht.
Zu viele Stimmen, zu viele Trends – und kaum noch Platz für echte Gedanken.
„Trend mich nicht voll“ hält der Dauerbeschallung den Spiegel vor:
zwischen Lifehacks, Filtern und Algorithmen geht oft genau das verloren,
was uns eigentlich ausmacht.
Ein Song über Reizüberflutung, Selbstoptimierung
und den Wunsch, einfach mal wieder echt zu sein.
Strophe 1
Ich wache auf, der Tag ist jung,
doch TikTok schreit mich an mit schrillem Schwung.
Ein Typ tanzt halbnackt auf ’nem E-Roller,
drunter steht: „Er hat den Sigma-Vibe, Bro, holler!“
Danach ein Girl mit Lippen wie’n Ballon,
erzählt mir was von Detox-Zitronenlotion.
Im Hintergrund läuft ein Loop aus Lo-Fi-Dröhnung,
und ich frag mich: Ist das noch Selbstdarstellung oder schon Versöhnung?
Vor-Refrain
Ich scroll’ durch die Matrix, Daumen im Dauerstress,
hab den Überblick verloren – was ist echt, was nur Dreck?
Refrain
Trend mich nicht voll mit noch ’nem Lifehack,
der dein Leben ändert, wenn du drei Mal klatschst, zack!
Ich brauch kein Cold Plunge um zu spüren,
dass wir im Netz grad kollektiv erfrieren.
Trend mich nicht voll mit noch ’nem Algorithmus-Fluch,
der mir sagt, wie ich sein muss – hab davon genug!
Wenn alles nur glänzt, doch innerlich fault,
dann ist Viralität nur das Gegenteil von Applaus.
Strophe 2
Jetzt tragen sie wieder Crocs mit Glitzersteinen,
und nennen’s „Core-Aesthetic“ – könnt' fast weinen.
Der neueste Schrei ist „Silent Walking“,
früher nannten wir das einfach: Spazieren, du Trottel.
Sie basteln aus Wasserflaschen halbe Religionen,
verkaufen dir ’nen Schluck für innere Visionen.
Und jeder Zweite ist plötzlich Coach für dein Leben,
nach drei Podcasts und 'nem Wochenende Schweben.
Vor-Refrain
Ich bin nicht besser, ich bleib auch hängen,
doch frag mich oft: Wann fangen wir wieder an zu denken?
Refrain
Trend mich nicht voll mit noch ’nem Glow-Up,
ich will nicht glänzen, ich will einfach mal stopp.
Nicht jeder Tag muss optimiert sein,
nicht jedes Essen braucht 'nen Filter-Feinschliff, nein.
Trend mich nicht voll mit deinem Dopamin-Trick,
nur weil du mal fünf Likes hast auf deinem Picknick.
Wenn alles nur spielt, sich nichts mehr bewegt,
dann ist viral sein wie stehen im Wind – man lebt, aber schräg.
Überleitung
Du bist, was du teilst – sagt der Algorithmus,
doch ich teil nur noch Stille, mein digitaler Schluss.
Denn wenn jeder Trend schreit: „Folge mir blind!“,
dann werd’ ich lieber taub, als noch einer von ihnen.
Refrain
Trend mich nicht voll – ich hab' schon genug.
Ich bau' mir 'ne Pause, aus Schweigen und Mut.
Ich will echte Gespräche, kein "Reel Reaction",
und weniger FOMO, mehr echte Connection.
Schluss
Trend mich nicht voll…
Lass mich mal einfach… nicht performen.
Ich bin nicht hier für Klicks –
ich will mich nur wieder spüren… vorm Bildschirm.