Musik

2025
Die große Dummheit in uns allen
Die große Dummheit in uns allen
2025 | Single

Wir halten uns für aufgeklärt, reflektiert und bewusst –
und übersehen dabei oft uns selbst.

„Die große Dummheit in uns allen“ blickt hinter die Fassade aus Wissen und Selbstoptimierung und zeigt, wie leicht wir uns im eigenen Denken verlieren.

Ein Song über Widersprüche, Selbsttäuschung –
und die leise Chance, darüber auch mal zu lachen.

Liedtext lesen

Strophe 1
Wir halten uns für rational,
für klar im Kopf, für logisch,
doch unterm Denken brodelt’s laut,
verwirrt, getrieben, chronisch.
Wir kaufen Dinge gegen Leere,
lieben Bilder, keine Menschen,
und streiten über Weltanschau’n,
mit Argumenten wie aus Gänsen.
Wir sagen: „Ich bin offen, tolerant“,
doch meinen „solang du wie ich denkst“.
Wir glauben an Empathie –
bis du was Falsches schenkst.
Wir projizieren uns in andere,
verwechseln Nähe mit Besitz,
und nennen toxisch, was uns spiegelt,
doch nie das eigne Angesicht.

Refrain
Ach, die große Dummheit in uns allen,
versteckt sich gut im klugen Schein.
Sie will gefallen, nicht verfallen –
doch lässt uns nie ganz ehrlich sein.
Wir wissen viel, wir fühlen wenig,
reden viel und hören kaum.
Und jeder hält sich selbst für selig
in seinem selbstgezimmerten Traum.

Strophe 2
Wir sind abhängig von Bestätigung,
von Likes, von Mails, von Blicken.
Und denken doch, wir seien frei –
nur weil wir selber klicken.
Wir therapieren Kindheitsschmerzen
mit Podcasts und mit Tweets,
und nennen jedes Unbehagen
gleich ein Trauma, das man sieht.
Wir sagen: „Ich hab Grenzen jetzt“,
und meinen Mauern aus Beton.
Wir sagen: „Ich bin achtsam heut“,
doch leben nur im Phone.
Wir meiden Tiefe wie das Feuer,
reden über Selbstwertschätzung –
doch wenn’s drauf ankommt, fliehn wir fort
vor jeder echten Selbstbegegnung.

Refrain
Ach, die große Dummheit in uns allen,
sie trägt 'nen Anzug oder Kleid.
Sie lässt uns glänzen, doch verfallen
in Einsamkeit zu zweit.
Wir kennen alle psychischen Muster,
wir sind Experten für das Ich –
doch wenn uns wer zu nah kommt,
werden wir seltsam, kalt und stichig.

Überleitung
Wir erklären die Welt, doch nicht uns selbst,
wissen alles über Dopamin,
haben gelernt, wie man sich selbst optimiert –
nur das Herz bleibt kindlich, ungeimpft und dünn.
Wir flirten mit Begriffen wie "toxisch" und "klar",
doch leben passiv-aggressiv – Jahr für Jahr.

Strophe 3
Wir fliehen in Ironie und Witz,
wenn echte Nähe droht,
und wenn wir uns mal zeigen,
tun wir’s strategisch – nicht im Not.
Wir nennen uns "verkopft",
statt zu sagen: "Ich hab Angst",
und reden über Schatten,
doch niemand geht da lang.

Refrain
Ach, die große Dummheit in uns allen,
sie wohnt in jedem klugen Kopf.
Sie lässt uns reden, statt zu handeln,
und sitzt mit uns beim Psychodoc.
Sie sagt: „Du bist besonders, tief und echt“,
doch will, dass keiner widerspricht.
Und wenn wir doch mal weinen müssten,
sagen wir: „Mir fehlt nur Licht.“

Schluss
Vielleicht ist das nicht schlimm,
vielleicht ist's auch nur wahr –
wir Menschen sind voll Fehler,
und das macht uns sogar klar.
Doch wenn wir lachen über uns selbst,
vielleicht beginnt’s dann neu –
das Denken, das Fühlen, das Leben
– ganz ohne psychologischen Scheu.