Wir sehen alles – und doch sehen wir nichts.
„Wir scroll’n vorbei“ wirft einen Blick auf eine Welt,
in der wir ständig verbunden sind,
aber immer seltener wirklich hinschauen.
Ein Song über Ablenkung, Gleichgültigkeit
und die leise Frage, wann wir angefangen haben,
uns selbst aus den Augen zu verlieren.
Strophe 1
In uns’rer Straße weht die Flagge alt und stumm,
die Nachbarn nicken, doch niemand fragt: „Warum?“
Der Stammtisch lacht – dieselben Sprüche wie eh,
doch in den Köpfen weht längst brauner Schnee.
TikTok flimmert durch das Zimmer der Kleinen,
doch keiner hört, wie leise sie weinen.
Der Traktor fährt, die Welt bleibt stehen,
man will nicht wissen, wohin wir wirklich gehen.
Strophe 2
U-Bahn voll, Herzen leer,
Markenkleider, doch kein Verkehr
von echten Sätzen – nur Clips und Trends,
die Welt in 30 Sekunden, das Ende in den Händen.
Filter auf Schmerz, Like auf Leid,
Hasskommentare sind heut’ bereit
für jeden, der anders denkt, spricht, liebt –
die Stadt, die früher lebt’, die jetzt vergibt.
Refrain
Wir seh’n nicht mehr hin, wir scroll’n vorbei,
der Lärm wird laut, das Denken frei.
Doch Freiheit heißt nicht Ego-Trip,
wenn unten jemand heimlich kippt.
Was ist das für 'ne neue Welt,
wo Hass sich in den Köpfen hält?
Zwischen Algorithmus und Parolen
beginnt der Boden zu erodieren – wir holen...
...uns selbst aus den Augen.
Strophe 3
Früher Bolzplatz, jetzt Bildschirmlicht,
der Stolz im Dorf – verloren, schlicht.
Ein junger Kopf mit Fragen voll,
doch keine Antwort, alles troll.
Die Alten sagen „Früher war’s besser“,
doch das hilft nicht, wenn du dich zerfledderst.
In Gruppenchat regiert die Wut,
ein falsches Wort – und du bist gut... verflucht.
Strophe 4
Die Stadt ist bunt – auf Plakat und Wand,
doch am Bahngleis zittert eine Hand.
Politik redet von Klima und Wind,
doch keiner fragt das obdachlose Kind.
Die Rechten marschieren mit Wohlstandsfrust,
sie schüren Angst, machen Hoffnung zu Dunst.
Und TikTok tanzt dazu auf Beat,
während die Menschlichkeit langsam verglüht.
Refrain
Wir seh’n nicht mehr hin, wir scroll’n vorbei,
der Lärm wird laut, das Denken frei.
Doch Freiheit heißt nicht Ego-Trip,
wenn unten jemand heimlich kippt.
Was ist das für 'ne neue Welt,
wo Hass sich in den Köpfen hält?
Zwischen Algorithmus und Parolen
beginnt der Boden zu erodieren – wir holen...
...uns selbst aus den Augen.
Überleitung
Was, wenn wir wieder Fragen stellen?
Nicht liken, sondern echt erzählen?
Was, wenn wir zuhören und steh’n,
wenn andre wieder auf dem Randstein geh’n?
Was, wenn wir mehr als Zuschauer sind –
fürs Dorf, die Stadt, für jedes Kind?
Letzter Refrain
Wir seh’n wieder hin, wir steh’n nicht still,
weil Schweigen auch zerstören will.
Wir geben uns die Stimmen zurück,
aus echtem Schmerz wächst neues Glück.
Für eine Welt, die nicht vergisst,
wo Mensch noch Mensch und Wahrheit ist.
TikTok vergeht, doch wir besteh’n –
wenn wir uns wieder gegenüber steh’n.